Edo-Zeit

Edo period

Wenn Stoffauswahl zum Gespräch wurde

Als das städtische Leben im Japan der frühen Neuzeit aufblühte, konnte man wechselnde Moden ganz unmittelbar erleben. Im Stoffgeschäft nahm man nicht einfach ein fertiges Kleidungsstück vom Regal. Man blätterte durch holzschnittgedruckte Musterbücher, sogenannte Hinagatapon, um Anregungen für die Gestaltung zu finden. Daneben lagen Streifen- und Stoffmusterbücher, Shima-chō, voller echter Stoffproben, deren Struktur und Webart man mit den eigenen Händen erkunden konnte.

Zusammen gaben diese Bücher Handwerkern und Kunden eine gemeinsame visuelle und haptische Sprache. Sie zeigten ganze Kleidungsformen neben echten Gewebeproben. So konnten alle Beteiligten ein Stück bis zum letzten Faden und Motiv gemeinsam gestalten. Lange bevor es Moodboards und Trendprognosen gab, prägten diese schlichten Bücher aus Papier bereits den persönlichen Stil und kreativen Ausdruck.

Wie könnten heutige unabhängige Designer und Textilstudios solche greifbaren Musterbücher nutzen, um ihre gemeinsame Gestaltung noch unmittelbarer zu machen?

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