Katazome

Katazome

Das präzise Schablonenraster im Japan der Edo-Zeit

Lange bevor moderne Textilfabriken nahtlose Musterwiederholungen mechanisierten, verwandelten japanische Handwerker schlichten Stoff mit einem einzigen Bogen geschnittenen Papiers. Beim katazomerichteten Färber dieselbe Schablone über viele Meter ausgerollten Stoffs hinweg immer neu aus. Jeden Anschluss mussten sie millimetergenau von Hand berechnen. Durch die Ausschnitte aufgetragene Reismehlpaste hielt die Farbe zurück. So entstanden am selben Arbeitstisch sowohl äußerst feine Druckmuster als auch großflächige Motive.

Diese von Hand berechnete Ausrichtung machte einen einfachen Bogen Maulbeerpapier zu einem erstaunlich produktiven Gestaltungsmittel. Sie ermöglichte textile Serienproduktion und bewahrte zugleich den Charakter der Handarbeit.

Wenn Textilliebhaber die nahtlosen Muster auf einem Vintage- katazomeverfolgen, sehen sie dann lediglich eine dekorative Färbung oder eine eindrucksvolle Beherrschung millimetergenauer Schablonenarbeit?

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