Sakiori

Sakiori

Aufgetrennte Kleidungsstücke als Webgarn im alten Japan

Wenn Baumwollkleidung im Norden Japans nach Jahren des Flickens und der Sashiko-Verstärkung endgültig abgetragen war, warf man das Material noch immer nicht weg. In der Region Nanbu rissen Weber gebrauchte Baumwoll- und Seidenstoffe in schmale Streifen. Diese dienten als fortlaufendes Garn auf dem Webstuhl. Die Technik heißt Sakiori.

Dieses Verfahren war weit mehr als eine praktische Antwort auf die Knappheit von Stoffen. Es bot auch Raum für eine kunstvolle Farbkomposition. Weber entschieden, wie sie gefärbte Streifen alter Kleidung zu neuen Streifenmustern verbanden. Daraus entstanden schwere Arbeitskleidung und Schärpen mit einer lebendigen Mischung wechselnder Farben, die frisches Garn kaum nachbilden konnte.

Wenn du einmal gesehen hast, wie wiederverwendete Kleidung eine solche vielschichtige Tiefe erzeugt, kann einfarbiges modernes Weben dann noch genauso lebendig wirken?

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