Tausend Jahre vergorene Alltagstauglichkeit in Japan
Lange vor der Erfindung synthetischer Beschichtungen machten japanische Handwerker den Saft unreifer Kakis zu einem erstaunlich vielseitigen Material. Durch Vergärung der herben Flüssigkeit entstand kakishibu, dessen Gerbstoffe unter Sonnenlicht aushärteten und schlichte Baumwolle in wasserabweisende, tiefbraune Arbeitskleidung verwandelten.
In der Edo-Zeit gingen Werkstätten noch einen Schritt weiter und bestrichen mehrere übereinandergelegte Papierbögen mit kakishibu . Die gerbstoffreiche Schicht verband sie zu einer robusten, wasserfesten Membran. So überstanden handgeschnittene Schablonen Hunderte Färbedurchgänge, ohne ihre feinen Linien zu verlieren.
Verlassen wir uns heute zu sehr auf synthetische Beschichtungen, oder kannten traditionelle Handwerker schon vor Jahrhunderten ein bemerkenswert widerstandsfähiges, von der Sonne gehärtetes Material?