Die ursprüngliche globale Neuinterpretation
Im Hafen von Nagasaki wurde im 17. Jahrhundert eine winzige künstliche Insel namens Dejima zum Tor eines außergewöhnlichen gestalterischen Austauschs. Niederländische Handelsschiffe brachten gemusterte indische Baumwollstoffe nach Japan. Dort begeisterten sich die Menschen für die lebhaft bedruckten Gewebe, die sie Sarasa nannten.
Bald verlief dieser Austausch in beide Richtungen. Handwerker an Indiens Koromandelküste passten ihre Blockdrucke eigens dem japanischen Geschmack an und integrierten Chrysanthemen sowie geometrische Motive. Als diese Stoffe nach Japan zurückkehrten, hielten örtliche Färber die Mischmuster in Holzschnitt-Handbüchern fest, samt Farbrezepten für eigene Nachbildungen. Ein Motiv konnte über Ozeane reisen, von fremden Händen verändert werden und schließlich als Anregung für ganz neue Entwürfe zurückkehren.
Wo siehst du heute in der digitalen Welt Motive, die auf ebenso unerwartete und kreisförmige Weise Grenzen überschreiten und sich verändern?